"Rosenrot und
Hagebutten" auf dem Rosenfest im Kloster Michaelstein
Die schönen Wilden - Wildrosen im
Doppel
So mancher Rosenliebhaber vergisst gerne, dass seine wunderschönen
Edelrosen letztendlich von Wildrosen abstammen. Die „schönen
Wilden“ führen unter der üblichen Bezeichnung „Heckenrosen“
ein recht unauffälliges Dasein in Feld und Flur.
Dabei gibt es in Deutschland rund 30 verschiedene Wildrosen, weltweit
sind es etwa 100 bis 250 Arten, so genau sind sich auch die Botaniker
nicht einig.
Wildrosen zeichnen sich durch einfache, also ungefüllte
Blüten aus: Sie bestehen lediglich aus fünf weißen,
rosa- bis pinkfarbenen, oder auch gelben Blütenblättern. Ihr
Duft ist mit Ausnahme der romantisch duftenden Essig-Rose sanft und
dezent, ein wenig süß, mitunter auch recht herb.
Anhand der nur fünf Kronblätter lassen sich Wildrosen leicht
von den vielen tausend gezüchteten Rosensorten unterscheiden, die
sich durch ihren üppig gefüllten bzw. halbgefüllten
Blüten auszeichnen. Natürlich gibt es wie immer Ausnahmen von
dieser Regel: So stammen beispielsweise viele Vertreter unserer
Kletterrosen häufig in noch sehr direkter Linie von asiatischen
Wildrosen ab. Sie schmücken sich ebenfalls mit einfachen und
kleinen Blüten, und sind doch ein Produkt der Rosenzüchter.
Wildrosen im eigenen Garten sind längst nicht so zahm wie ihre
veredelten Schwestern, einmal etabliert, kennen sie keine
Schüchternheit und erobern sich ihren Platz! Sei es durch den
typisch halbkugeligen Wuchs mit langen überhängenden Zweigen
oder über äußerst zielstrebige (aggressive)
unterirdische Ausläufer wie bei der Kartoffel-Rose (R. rugosa).
Wildrosen sind pflegeleicht, genügsam und robust. Ihr
kräftiges Blattgrün trotzt den zahlreichen Rosenkrankheiten
äußerst erfolgreich! Ihr überaus reiches Pollenangebot
lockt Hummeln, Bienen, Schwebfliegen und Käfer an.
Wildrosen blühen im Gegensatz zu den kultivierten Sorten nur
einige Wochen im Frühsommer, da sie ihre Kraft in die
Hagebuttenreifung investieren. Moderne Rosen bilden häufig
aufgrund steriler Blüten keine Hagebutten bzw. werden vom
Rosenliebhaber sogleich entfernt, um die Blütenbildung zu
fördern. Die Formenvielfalt der Vitamin C reichen Hagebutten ist
erstaunlich: von eiförmig bis kugelig, flaschenförmig bis
einladend pausbäckig ist vieles möglich.
Unter dem Gesichtspunkt Wildrosen in ihrer Blüten- wie
Fruchtvielfalt zu zeigen, werden hier 10 Bildpaare dargestellt.
Angelika
Lüttig Biologin, Sachbuchautorin,
Fotografin
Die ausgestellten Bilder stammen größtenteils
aus ihrem Buch „Rosenrot und Hagebutten“ |

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